![20/12/01 Minderjähriger nach Prozess wegen „Unzucht“ in Ägypten aus der Haft frei [ von Thomas Kolb ]](http://ep.yimg.com/ca/I/gayegypt_2212_20939208)
Der 17jährige Jugendliche, der im September von einem Kairoer Jugendgericht noch
zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen „Unzucht“ verurteilt worden war, ist
gestern (19.12.01) freigelassen worden. Dies teilte die Internationale
schwullesbische Menschenrechtskommission IGLHRC mit. Ein Berufungsgericht
verringerte die Haftstrafe auf ein halbes Jahr und ordnete ein weiteres halbes
Jahr Bewährungszeit an. Da der junge Mann bereits im Mai verhaftet worden war,
hat er seine Strafe vollständig verbüßt. Das erste Urteil war weltweit von
Menschenrechtlern scharf kritisiert worden, da es auf einem Geständnis beruhte,
das offenbar unter Anwendung von Zwang, Misshandlungen und/oder Folter zustande
gekommen war und außerdem lediglich die Homosexualität des Angeklagten abstrafen
sollte. Die IGLHRC feierte das Urteil als „überragenden Sieg für (den
Angeklagten) Mahmoud“ und mutmaßte: „Vielleicht fängt die Ägyptische Regierung
an zu begreifen, dass die Verhaftungen und die Folter wegen des Verdachts der
Homosexualität aufhören muss,“ wie Scott Long für seine Organisation erklärte.
„Allerdings müssen wir den Druck auf Ägypten aufrecht erhalten, denn 23 Männer
sind immer noch in Haft und Zwangsarbeit, und vier weitere wurden Anfang
November verhaftet“
Amnesty international erneuerte die harsche Kritik: „Dieser Prozess hätte nie
stattfinden dürfen! Die Verhaftung oder Haftstrafe alleine auf Grundlage der
tatsächlichen oder vermuteten sexuellen Orientierung ist diskriminierend und
verletzt die internationalen Menschenrechtsgesetze und Menschenrechtspraxis.
[....] Der Fall des 17jährigen Mahmoud zeigt wieder einmal das Versagen der
Ägyptischen Behörden, ihre Bürger vor Menschenrechtsverletzungen einschließlich
Folter und Haft zu schützen.“
Unterdessen verurteilte ein Gericht in Kairo am Dienstag (18.12.01) zwei
Studenten zu einem Jahr Gefängnis. Die zwei sollen Sex mit Männern gegen
Bezahlung im Internet angeboten haben, meldeten ägyptische Tageszeitungen.
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